2025: Veranstaltungen zum Jahrestag des Anschlags vom 24.08.1992 – zur Erinnerung an Frank Bönisch

Baseballschlägerjahre und Erinnerung – Unsere Veranstaltungen zum 33. Jahrestag
33 Jahre sind vergangen, seit Frank Bönisch am Koblenzer Zentralplatz ermordet wurde. Doch die Fragen von damals sind auch heute aktuell: Wie gehen wir mit rechter Gewalt um? An wen wird erinnert? Wer wird beim Namen genannt und wer vergessen?
Die frühen 1990er Jahre prägten Deutschland wie kaum eine andere Zeit: Wiedervereinigung, Hoffnung, aber auch eine Welle rechter Gewalt. Während Rostock-Lichtenhagen zum Symbol dieser „Baseballschlägerjahre“ wurde, geriet der Mord an Frank Bönisch schnell in Vergessenheit.
Auch 2025 setzen wir unsere Arbeit fort und laden euch zu zwei besonderen Veranstaltungen ein:
22. August 2025: Vortrag & Gespräch
18:30 Uhr • Circus Maximus, Stegemannstraße 30, Koblenz
„Baseballschlägerjahre und der Mord an Frank Bönisch – Ein historischer Blick auf Koblenz in den 1990ern“
Die frühen 1990er Jahre gelten als „Baseballschlägerjahre“ – eine Zeit eskalierender rechter Gewalt in ganz Deutschland. Während Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda im kollektiven Gedächtnis geblieben sind, wurde der Mord an Frank Bönisch in Koblenz schnell verdrängt.
- Was geschah am Zentralplatz am 24. August 1992?
- Wie prägte rechte Gewalt den Alltag in Koblenz?
- Warum werden manche Betroffene bis heute übersehen?
Der Vortrag beleuchtet Hintergründe und Zusammenhänge – wissenschaftlich fundiert, aus historischer Perspektive.
Eintritt frei • Kein Zutritt für Personen mit rechtsextremen, antisemitischen oder menschenverachtenden Haltungen


24. August 2025: Gedenken am Tatort
18:00 Uhr • Zentralplatz Koblenz
Am 33. Jahrestag sind wir am Ort des Anschlags von 1992, an dem Frank Bönisch und weitere Menschen Opfer rechter Gewalt wurden. Bei unserer Gedenkveranstaltung mit Infostand erinnern wir nicht nur an Frank, sondern an alle Opfer rechter Gewalt.
Musikalische Begleitung: Dominik Stromer
Frank Bönisch war 35 Jahre alt, als er starb. Ein junger Mann aus Sachsen, der sich als Alternativer, Punk und Antifaschist verstand. Er hatte Träume, Pläne – und wurde gezielt ausgewählt, weil er nicht in das Weltbild eines Neonazis passte.
Am 24. August 1992, zeitgleich zu den rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, beschloss der Koblenzer Neonazi Andy H., auch in seiner Heimatstadt „loszuschlagen“. Der Zentralplatz war kein zufälliger Tatort – er war Treffpunkt für Wohnungslose, Punks und alle, die als „anders“ galten.
Warum diese Erinnerung heute wichtig ist
Fehlende Anerkennung: Bis heute wird Frank Bönisch nicht als Opfer rechter Gewalt in den Bundesstatistiken geführt. Das gleiche gilt für Nihad Yusufoglu (Hachenburg, 1990) und Dieter Klaus Klein (Bad Breisig, 1992) – drei Menschen aus Rheinland-Pfalz, die staatlich nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt werden.
Beide Veranstaltungen sind kostenfrei. Bringt eure Freund:innen mit, teilt die Termine in euren Netzwerken. Jede Person, die kommt, ist ein Zeichen gegen das Vergessen.
Initiative Kein Vergessen Koblenz
Seit 2011 kämpfen wir für die Erinnerung an Frank Bönisch und alle Opfer rechter Gewalt. 2013 erreichten wir parteiübergreifend die Verlegung einer Gedenkplatte am Zentralplatz.
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